Der Salewa-Klettersteig am Iseler

Recht knackig: die Schlüsselstelle am »Salewa-Klettersteig«

Wer auf der Oberjochstraße zum gleichnamigen Ferienort an der Wasserscheide zwischen Iller und Wertach unterwegs ist, tut gut daran, seine ungeteilte Aufmerksamkeit den 106 Kurven (Rekord!) des Asphaltbandes zu schenken.

So bleibt es wohl zunächst bei ein paar flüchtigen Blicken auf die schönen Berge rundum. Zur Linken erheben sich Hirschberg, Spieser und Jochschrofen, alle mit felsdurchsetzten Flanken. Noch mehr Fels entdeckt man im Südosten, wo sich ein langer, schroffer Grat vom Iseler über den Kühgundkopf bis zum Kühgundspitz erstreckt. Nicht zu übersehen ist auch die Lifttrasse, die vom Oberjoch hinaufzieht gegen den Iseler.

Eckdaten zum Salewa Klettersteig

K3
Schwierigkeit
✪✪✪
Ausdauer
✪✪✪✪
Ausgesetztheit
✪✪✪✪
Bergerfahrung
✪✪✪✪✪
Kraft

Der Liftstation entsteigen seit dem Sommer 2007 nicht nur Ausflügler und Wanderer, sondern auch Klettersteigler. Die steuern zielstrebig den »Salewa- Klettersteig« an, eine aus drei Abschnitten bestehende Route, die am Iseler bzw. am Kühgundkopf (drittes Teilstück) endet. Sie bietet viel Aussicht ein paar (wenige) fordernde Passagen – dazu viel Gras, Erde und Schrofengelände. Die Initianten um Patrick Jost hätten sich bestimmt mehr »richtigen« Fels für ihre Ferrata gewünscht – die Begeher auch. So bleibt ein etwas zwiespältiger Eindruck, der noch dadurch verstärkt wird, dass fast die ganze Route im Schatten liegt – Sonne nur an Sommer-Spätnachmittagen.

Das wiederum führt dazu, dass die Steilflanke nach Regen nur langsam abtrocknet, die Schuhsohlen bald verdreckt sind und so viel von ihrer Griffigkeit einbüßen. Für diese »naturbedingten« Mängel entschädigen die prächtigen Ausblicke vom lang gestreckten Grat. Deshalb mein Tipp: entweder nur den ersten (schwierigsten Teil) gehen und zur Bergstation des Iselerlifts absteigen, oder die ganze Überschreitung zum Kühgundrücken machen und nach Oberjoch absteigen. Das ergibt dann eine schöne, an Eindrücken reiche Tagestour.

Infos zum Salewa Klettersteig am Iseler

Wo? Der Iserer erhebt sich südöstlich des Ferienorts Oberjoch. Nach Oberjoch (1136 m) kommt man von Hindelang, Wertach und aus dem Tannheimer Tal über gut ausgebaute Straßen; Bus von Hindelang. Am östlichen Ortsrand liegt die Talstation des Iselerliftes.
Ausgangspunkt Bergstation des Iseler-Sessellifts (1559 m)
Wegverlauf Liftstation – Klettersteig (erster Abschnitt) – Iseler
– Klettersteig (zweiter Abschnitt) – Grat – Klettersteig (dritter
Abschnitt) – Kühgundkopf – Kühgundrücken – Oberjoch
Gehzeiten Erster Abschnitt gesamt 2 Std.; Zustieg 30 Min.,
Klettersteig 1 Std., Abstieg 30 Min.
Erster und zweiter Abschnitt gesamt 2 3/4 Std.; Zustieg
30 Min., Klettersteig 1,5 Std., Rückweg/Abstieg 45 Min.
Große Runde gesamt 5 1/4 Std.; Zustieg 30 Min., Klettersteig
2,5 Std., Abstieg 2 1/4 Std.
Hütten Wiedhagalpe (1450 m), Gundalpe (1253 m), beide im Sommer bewirtschaftet
Orientierung Hinweisschilder, ordentlich markierte Wege
Einstufung Recht langer, bezüglich der Anforderungen aber wenig homogener Klettersteig. Schlüsselstelle im oberen Teil des ersten Abschnitts (K 3), zweiter und dritter Abschnitt leichter. Viele erdige Passagen, dazu vor allem im dritten Teil Gras und Schrofen. Bei Nässe kommt da wenig Freude auf. Durch die Liftnähe oft Staugefahr am Steig. Pluspunkte: einige reizvolle Einzelpassagen, feine Aussicht vom Grat.
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